Bei der Beschaffung eines Fahrzeugs legen sicherlich die wenigsten Feuerwehren Wert auf die Reifen – eher wir der Focus auf den Preis des Gesamtpaketes gelegt.
Wie groß der Einfluss guter oder schlechter Reifen – oder besser gesagt: neuer oder alter Reifen – auf eine Notfallsituation ist, zeigen diese beiden Videos.
Die Übung:
Bergab-Bremsung aus etwa Tempo 40 km/h, keine gleichbleibende Steigung, gewässerter Untergrund mit Reibwerten vergleichbar mit einer festgefahrenen Schneedecke.
Zunächst ein TLF 16/25, Baujahr 90+ mit einer Schwungmasse von rund 14t, aber relativ neuen Reifen mit einem Alter von nicht mehr als 2 Jahren.
Die Geschwindigkeit wird über den gesamten Bremsverlauf kontrolliert abgebaut, auch, als das Fahrzeug in den Bereich mit größerer Neigung einfährt (untere Hälfte der Strecke). Nach etwa 2/3 der Strecke nimmt der Fahrer bereits die Bremsleistung zurück, um die Kurve anzusteuern.
Als zweites Fahrzeug kommt ein Dekon-P ohne Norm-Beladung, also eine geringere Schwungmasse von “nur” rund 9t – aber alten Reifen!
Das Fahrzeug braucht die komplette Länge der Bahn, um zum Stehen zu kommen.
Bei einer anderen Übung war der Unterschied ebenfalls frappierend:
Während das deutlich schwerere TLF 16/25 den kürzesten Bremsweg hatte, brauchte ein LF 8/6 ganze 35 m mehr Bremsweg, um aus der gleichen Geschwindigkeit von 50 km/h zum Stehen zu kommen. Das sind ganze 3 (drei) Fahrzeuglängen!
Bei einer Notfallbremsung im Rahmen einer Einsatzfahrt geht es um jeden Meter – daher sollte die Neu- oder Nach-Beschaffung von qualitativ hochwertigen Reifen in jeder Feuerwehr absolute Priorität haben.